Beckeraachen

Kunstwechsel

Die öffentliche Hand unbeweglich

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EIN BRENNENDES THEMA HEUTE   !!!

Kunst – ABC

Der Psychotherapeut als Sammler – Hans Backes 4 – 1982

Über die Unbeweglichkeit, Auf der Suche nach der idealen Kunstförderung durch die Öffentliche Hand

Ein Gespräch mit den Künstlern Joachim Bandau, Rune Mields, Harry Kramer, Ladislav Minarik, Anna Oppermann, Monika Günther, dem Kurator Herbert Hossmann, dem Landesminister Helmut Jochimsen, dem Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder Frank Däberitz und .Georg Bussmann, dem Leiter des Frankfurter Kunstvereins

 

Der Psychotherapeut zitiert leider keinen der Beteiligten und definiert nicht „die Öffentliche Hand“, deren Unbeweglichkeit er behauptet. Unter den Ängsten, über die er spricht,

erwähnt er das Schreckbild eines „Gesamtkulturrates“, beharrt aber auf dem Bild der „Hand, die alle bildenden Künstler erfasst. (Er lässt alle anderen Künstler aus.) Den freien, unabhängigen stellt er die im Auftrag des Staates Lehrenden und die Beamten gegenüber. Der ganze Sektor sei beweglich und durchlässig, geöffnet zur privaten Förderung, zum freien und zum Schwarzmarkt. Schützt das Grundgesetz den Künstler?  Muss er den Verfassungsschutz fürchten?  Ängste sind im Spiel, Neid und Missgunst. Gespräche zwischen Verwaltungen und Künstlern scheitern am Mangel von qualifizierten Gesprächspartnern. Lehrprogramme an Kunsthochschulen scheitern, weil Lehrer mehr von Schülern wollen als Schüler von ihnen. Backes ist zufrieden, als Minister Jochimsen das Bild eines schwer beweglichen Tankers ins Spiel bringt, dessen Kurs jeder folgen muss, der ihn betritt. Stellen Künstler die Borkapelle dar? Es würde ihnen nie an Treibstoff mangeln, sie würden bis zum Ende mitspielen, sie würden den Zusammenstoß mit dem Eisberg nicht verhindern können. Das Bild des Riesentankers zeigt sie in einem Organismus, „der ein Leben nach stützenden Über-Ich-Forderungen führen will (und das bedeutet für die meisten Teilnehmer ein Leben ohne die offene Auseinandersetzung mit der institutionellen Öffentlichkeit). Alle Störfaktoren müssen dann nach Möglichkeit ferngehalten, alles, was Angst macht, muss abgewehrt werden.“ Backes weiß aber, dass auch Kunst „als bedrohlicher Trieb-Impuls“ Angst macht. Er wünscht am Ende der Öffentlichen Hand einen neuen Zustand: „Die „Hand“ kann leben, wenn sie ihr Geben und Nehmen nicht mehr hinter politisch-demonstrativen Akten verstecken muss.“

Da Backes das Gruppengespräch selbst schildert und deutet, zehrt er an seiner Glaubwürdigkeit, und seine den Text abschließenden Gedanken enthalten Wünsche und Empfehlungen, die Vorstellungen der Teilnehmer nicht unbedingt reflektieren. Der allzu hohe Abstraktionsgrad, den der Psychotherapeut durchhält (der Künstler, die öffentliche Hand), führt die Gedanken in eine Wohnung, der die Möbel fehlen.

Heute wird deutlich, dass Staat und Länder das Geld der Steuerzahler so zurückhaltend verwalten, dass sie keine Instrumente ausreichend vorbereitet haben, um auf Krisen so zu reagieren, dass die Existenz aller Bürger gesichert ist. Die Krise verspricht, ein Lehrmeister zu sein.

 

 

 

 

Unbeweglichkeit

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