Beckeraachen

Kunstwechsel

Dürer Glyphosat

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Zur DÜRER-Ausstellung im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum

Es gibt Drucke der Wasser- und Deckfarbenzeichnung „Das große Rasenstück“ von Albrecht Dürer 1503 für 7 bis 110 €, mit der Beschriftung „Albrecht Dürer. Das große Rasenstück. 1503/ 1987“ und der collagierten ausgelaufenen Dose eines Glyphosat Unkrautvernichtungsmittels kann man es nur noch als Postkarte bei Klaus Staeck für 6 € erwerben.

In einem Kasten schaue ich auf meinem Balkon insektenfreundlichem Wiesensamen zu, der zu einem Dürerschen Rasenstück gewachsen ist, und bewundere den Zeichner, der nichts anderes gesucht hat als den Wegrand seines GaEsrtens. Dort gelang es ihm, den Widerstand seines Unvermögens zu überwunden. Es ist nicht auszuschließen, dass er die Pflanzen imBoden trennte, und einzein zeichnete, Wahrscheinlich hatte er für sie ebenso wenig einen Namen wie ich; Löwenzahn, Knäuelgras, Breitwegerich, Ehrenpreis, Schafgarbe, Gänseblümchen.

Dürer vertritt die erste Generation der Neuzeit, die genau hinzusehen lernte. Staeck gehört zu ihrer letzten, die nicht einmal hinschauen muss, um zu begreifen, dass es um Leben und Tod geht, dass es ein Kinderspiel geworden ist, die Rasenstücke dieser Welt mit Giften aus den Retorten so zu vernichten, dass nach ihnen nichts mehr wachsen wird. Die Satire ist bitter – und bitterer noch, weil ein sehr altes Bilddokument die Liebe, Zuneigung, Sorgfalt und Ehrfurcht einer Sammlung von Gräsern entgegenbringt, deren Namen wenige kennen. Und ein Maler, der den Mut besitzt, Gott und zahlreiche Heilige zu gestalten, hat sich zu ihnen gebeugt.

Der Satiriker, der die auslaufende Dose einfügt, ist grob und gewaltsam wie das Gift, das er angreift, Er weiß, dass Glyphosat als Unkrautbekämpfungsmittel in Deutschland 1974 zugelassen wurde. (Mittlerweile haben es dir Österreicher verboten).Er braucht Dürer, um dem Rasenstück den Fluch des Unkrauts zu nehmen, als ob es heute noch nötig wäre, wo ganze Wiesenareale geschützt werden, um den Bienen zu dienen.  Die Satire verliert ihre Schärfe, und schamvoll setzt der Zeitgenosse seinen Namen auf die Rückseite des Blattes.

Der Nachbar des Heidelbergers, BASF in Ludwigshafen ist noch heute fest in die Probleme verstrickt, die das Gift global ausbreitet. 

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