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Wem gehört die Erde 2

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WEM GEHÖRT DIE ERDE?

2. Tag

 DAS NEUE JAHR AM ENDE DES QUARTÄRS

Als ich am 21. Juni 2019 aus den Fenstern der besetzten Bastei in Aachen auf die Teilnehmer der Demonstration von Fridays for Future schaute, erzählte mir der junge Amerikaner, der ohne Geld durch Europa zieht und hier Unterkunft gefunden hat, dass 40.000 Elefanten sich täglich von 4 Millionen Kilogramm Gesträuch, Kraut, Gras und Obst ernähren. 40.000 Menschen lebten auf der Erde vor 40.000 Jahren und breiteten sich von Afrika aus. Im Jahr 0 unserer Zeitrechnung waren sie 10 Millionen. 2050 sollen es 11 Milliarden sein.

Das Eiszeitalter Quartär hat seit 2,7 Millionen Jahren 28 Perioden kalter und warmer Perioden durchlaufen. Am Ende der letzten Eiszeit, im Holozän, besetzten unsere Vorfahren die Erde. Vor 20,000 Jahren wurde es wärmer. Die Polarkappen entließen Eisberge. Die Meeresspiegel stiegen um 130 Meter, überschwemmten weite Landflächen und bildeten große und kleine Inseln. Es ist denkbar, dass zuvor die Asiaten Australien und die Europäer England zu Fuß besetzt hatten. Solche Warmzeiten dauerten kürzer an als die Eiszeiten, so dass Sintfluten und Freisetzungen der Polkappen nicht auftreten und sich andererseits überall große Gletscher bilden konnten.

Dieses kosmische Wechselspiel auf der Erdkugel im Lauf um die Sonne ist ebenso wunderbar wie das Leben eines Baums oder eines Elefanten. Aber 40.000 Elefanten kann kaum ein Kontinent, und die ganze Erde kann nicht 10 Milliarden Menschen ernähren, wenn sie dieses Wechselspiel nicht verändern. Seit dem Beginn der großen Zivilisationen arbeiten sie in Bergwerken, machen Land urbar, nutzen das Holz der Wälder, jagen und domestizieren sie Tiere. Aber erst, als sie auf eine Milliarde angewachsen waren, steigerten sie das Ausmaß ihrer Herrschaft über die Naturschätze, die sie zu nutzen meinten, beseitigten das Gleichgewicht im Wechselspiel zwischen Wärme und Kälteperiode und nannten die neue Periode Antropozän – die Periode des Menschen. Sie haben das Quartär mit dem Holozän beendet, weil die Veränderungen, die sie der Erde zugefügt haben, eine neue Eiszeit nicht zulassen: die Nutzung der halben Erdoberfläche durch die Landwirtschaft, die Versäuerung der Ozeane, Deichbauten, Kanalisationen und Staudämme von Flüssen, großflächiger Abbau von Kohle und Erdöl, Veränderungen der Atmosphäre durch vermehrte Produktion von Treibhausgasen, Aussterben von Pflanzen- und Tierarten, Belastung der Natur durch chemische Stoffe. Da diese als Müll über 100.000 Jahre erhalten bleiben, ist eine nächste Eiszeit nicht zu erwarten, und die Menschen müssen sich auf eine Wärmezeit vorbereiten, die sich mit Hitzewellen, Stürmen, Dürren und Überschwemmungen im neuen Jahr ankündigen wird.  Selbst wenn der Stahl für Waffen nur noch in elektrischen Öfen hergestellt wird, die Energie nur noch aus Windrädern in den Meeren und nur noch elektrische Autos an den Ampeln aufgeladen werden, selbst wenn wir kein Fleisch mehr essen und mit Wasser vorsichtig umgehen, selbst wenn wir Joseph Beuys folgen und tausend Bäume pflanzen   – es wird wärmer werden.

Erinnernd an das Schicksal der Elefanten sollten die Menschen vermeiden, mit der Hilfe immer besserer Krankenanstalten älter zu werden und versuchen andere Planeten und Asteroiden zu bevölkern.

Illustration: Illustration in Thw Whole World Catalog 1971

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