Beckeraachen

Kunstwechsel

Der 1.000.057 Geburtstag der Kunst

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52. Kalendergeschichte –

Der 1.000.058ste Geburtstag der Kunst1

Araham und Sarah; vom Horn Afrikas, glücklich in Aachen vereint, feierten am 8. Januar mit ihren Freunden das orthodoxe Weihnachtsfest. Zwei Tage zuvor hatten die Heiligen 3 Könige die Krippe in Bethlehem besucht. Alle Kalender haben nun begonnen, Jahrestage aufzulisten. Keiner ist so bedeutend wie der 17. 1.

Am 17. Januar 1963 hat der Künstler 58und Philosoph Robert Filiou in Paris begonnen, die Geburt der Kunst zu feiern – vor 1.000.000 Jahren. Damals war die Kunst nicht ein zerbrechliches, umstrittenes Gebäude menschlicher Fantasien, sondern eine Erscheinung der Gezeiten von Sonne und Mond, der die Tiere bei ihren Wanderungen auf der Erde, im Wasser und in der Luft ebenso folgten wie die Menschen nach ihnen. Sie begegneten ihr mit Ehrfurcht und sprachen mit ihr.

Filiou hat 1963 diese Geschichte der Kunst geflüstert, und als zehn Jahre später viele Menschen in der Neuen Galerie – Sammlung Ludwig in Aachen ihren 1,000.010. Geburtstag feierten, las man sie laut am Rand einer großen Geburtstagstorte vor.

Kinder wissen es: Berge besteigen ist Kunst, der Gesang einer Lerche und eines Käuzchens, ein blühender Kirschbaum, das Flügelpaar eines Schmetterlings sind Kunst – die Spuren einer Wildkatze im Sand wie die eines Künstlers auf einer Leinwand. Es ist nicht nötig, sie in Museen zu suchen, sie ist überall. In den Geburtstagsfesten, die Freunde der Kunst  seit 1973 feiern, sehen viele nicht wie Künstler, sondern wie Kunst aus, und so erwarte ich, dass am 17. Januar zu Ehren des Geburtstages in den sozialen Medien Kunst erscheint. Corona gönnt dem Fest keinen Ort; sie wird in Schaufenstern und Unterführungen, Straßen und Plätzen, auf Bahn- und Schulhöfen, in Kirchen und Hörsälen sichtbar sein. Kunst: das ist nicht ein Gegenstand, sondern eine Botschaft – eine Botschaft, die die Sehnsucht verrät, die unsere Vorfahren vor 1 Million Jahren den Gesetzen der Natur entgegenbrachten – sie zu verstehen und ihnen zu folgen – eine Botschaft planetarischer Kunst.

Schamanen und Priester haben sie in ihren Dienst genommen, und sie hat ihnen die schönsten Häuser gebaut. Je mehr diese Häuser verwittern, umso mehr – wie ein unverwüstliches Unkraut – tritt die Kunst hervor – singend, tanzend, zeichnend, malend, gießend, matschend, leuchtend, mit Spritzpistolen und Trompeten, Amplifiern und Beamern. Sie dringt in die letzten Winkel der Städte und schaut von den Dächern hinab. Sie feiert Geburtstag.

Eine Frau aus Novosibirsk hat ein Rentier begleitet, das den mit Geschenken beladenen Schlitten zog, den der Weihnachtsmann am Heiligabend durch Aachen lenkte. In ihrer Heimat, so erzählt sie, folgen alle Menschen jährlich den Wanderungen der Trughirsche, die im Frühjahr von der Tundra in die Taiga wechseln – seit 1 Million Jahren.

Abb. Die Geburtstagsgstorte am 17. 1. 1973 in Aachen

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