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Kunstwechsel

Sammler in Aachen

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Kunst ABC   SAMMLER IN AACHEN

Der Medizin- + Kunsthistortiker Axel Murken

In 4 Bänden hat Axel Murken, Doktor der Medizin und der Kunstgeschichte, emeritierter Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin und des Krankenhauswesens am Aachener Uniklinikum, den Schmerz als Begleiter des Menschen von der Geburt bis zum Tod beschrieben. 4.000 Kinderbücher hat er gesammelt, um das Verhältnis der Kindheit zu Krankheit und Krankenhaus zu studieren. Und die Bezüge der Heilkunst zur Kunst suchte er bei Joseph Beuys, dem er zwei Bücher gewidmet hat. Dieser Sammler ist Teil einer Gelehrtenrepublik, die die Welt mit Texten und Büchern füllt, das Gespräch mit Künstlern in Hochschulen und Akademien sucht und Kunstmärkte selten besucht. In der Bewunderung der Arbeit des Büsbacher Outsider-Künstlers Hartmut Ritzerfeld trafen wir uns.

Das Ludwig Forum beteiligte sich an zwei Wanderausstellungen seiner Sammlung: Romantik in der Kunst der Gegenwart 1993 und Melancholie und Eros in der Kunst der Gegenwart 1997.  Die so historisch gefassten Themen gaben Anlass, in den Katalogbüchern zu den Vorworten von Axel und Christa Murken zahlreiche umfangreiche Texte von Künstlern (Raimund Girke, Elke Krystufek), Dichtern (Durs Grünbein), Kunsthistorikern (Antje von Graevenitz) und Kritikern (Robert Rosenblum) zu sammeln. Sie präsentieren einen wissenschaftlichen Anspruch mit ihrem Anmerkungsapparat und majorisieren die Abbildungen.  In seinem Beitrag zur Romantik „Philosophie, Heilkunst und Kunst“ formuliert Murken „Aktuelle Konzepte…für ein ganzheitliches Denken“, und im Beitrag zu „Melancholie und Eros“ schildert er „Zwei Pole menschlicher Gefühlswelten im Spiegel der Kunst der Gegenwart“. Christa Murken versucht, eine zeitgenössische Romantik „als Antwort auf eine säkularisierte, überzivilisierte Gesellschaft“ zu deuten.

Beide haben zu den Themen in den 1970er und 80er Jahren gesammelt und sind dazu nicht weitgereist: die meisten Künstler haben sie im Umkreis der Düsseldorfer Akademie getroffen: Holger Bunk, Andreas Schulze, Volker Tannert, Milan Kunc, Walter Dahn, Hans Peter Feldmann, Ludger Gerdes, Michael von Ofen, Dieter Krieg und Norbert Tadeusz („3 Zweitler, 1 Einzel“, das größte Bild in der Melancholie-Ausstellung, 210 x 300 cm 1986), Salomé vertritt die Berliner, Maria Lassnig und Elke Krystufek die Wiener, ältere Werke von Erro, Bob Stanley. Kitai (Lithografien), „Helen“ von Gerhard Richter 1964 und Zeichnungen von Joseph Beuys trugen zur Attraktion der Ausstellungen bei. Sie wanderten durch 8 Stationen.

Michael Bach hat 1991 eine „romantische“ Ansicht des Aachener Klinikums gemalt. Dort habe ich den Sammler Axel Murken in seinem Büro besucht. Ich kannte das Kontor des Schokoladenfabrikanten, das Sprechzimmer des Psychiaters und die Dunkelkammer des Fotografen. Alle sammelten in Aachen. Christa und Axel Murken suchten die Öffentlichkeit am wenigsten und nahmen am Leben des regionalen Kunstpublikums am wenigsten teil. Mit den Ausstellungsorten, die ihre Sammlungen zeigten, schien sie wenig zu verbinden. Der Wunsch, wissenschaftliche Erkenntnisse, Analysen kunsthistorischer Zusammenhänge einem großen Kreis von Interessierten mitzuteilen, trägt abstrakte Züge. Weder die Ausstellungen noch die Kataloge waren so gestaltet, dass sie Aufsehen erregen und ein größeres Publikum erreichen konnten. Am Ende habe ich nie erfahren, was aus den beiden Sammlungen geworden ist.

Bach Klinikum

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