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Unter den Kalifornischen Hippies der 60er Jahre waren auch die GRATEFUL DEAD, die MERRY PRANKSTERS, die aus ihrem Schulbus FURTHER Lsd verteilten, und Timothy Leary, der die Befreiung des Geistes durch Halluzinogene predigte –  und die ersten Comics von S. Clay Wilson mit  THE CHEQUEREED DEMON im Magazine GROULICH 1968, einem lüsternen dickbäuchigen roten grinsenden  Teufel in karierten Hosen mit seinen Gespielinnen Stella und Ruby the Dyke. Fellinis Film “Julia und die Geister” hat das Blatt „Juliet of the spirits“ 1967 inspiriert, und er schaffte es, in seinen Darstellungen von Horror-Trips Robert Crumb zu übertreffen. Comic und Jazz hielt er für unnachahmlich amerikanisch. „You can draw anything you want. Reach down and grab some in the murky recesses of your psyche, the dark side of your subconscious, the last rotting grandfather cell.“ Und er stopfte in die beschränkten Maße seiner Blätter geschwätzig rasend die obszönsten Attribute einer persönlichen Hölle. Die Regeln bürgerlicher Ordnung ließen den Zugang nicht zu: die Hölle öffnete sich, wenn seine Bilder ebenso gegen die staatlichen Gesetze verstießen wie die Drogen, die er nutzte. 1973 nahmen die Verfolgungen des Supreme Court  gegen „obszönes Material“zu. Underground Magazine wanderten unter den Ladentisch.

Die europäischen Betrachter hatten in den 50er Jahren das “all-over“ in den großen Leinwänden Jackson Pollocks verinnerlicht, nun erschienen die aus Blättern berstenden  Ängste, Alpträume, Freß- und Mordlüste, Fratzen, Pranken in einem Chaos, das die absolute gefeierte Freiheit als LSD-Rausch wiederzugeben schien.

In den 90er Jahren hat Wilson die Märchen von Hans Christian Andersen (1994) und der Brüder Grimm (1999) illustriert. Die Grausamkeit der Originalfassungen habe ihn angezogen.  Die Classics des Cottage Verlages- Maxon’Crumb´s Edgar Alan Poe, Alice’s Adventures Under Ground, Sherlock Holmes’ Strangest Cases haben die Bilder erhalten.

Die frühen Comics haben wenige Referenzen zu Ereignissen wie die Radierungen Picassos 1937 „Traum und Lüge Francos“ und die 3-dimensionalen Horrorszenarien der Chapman Brothers in den 90er Jahren. Sie verharren in den engen, zuweilen jugendstilig abgesetzten Formaten und zwängen die Figuren, Fratzen und Gliedmaße in polternde Bewegungen durch undefinierte Räume. Langsam vermag der Betrachter sie zu erkennen und ihre Bezüge nachzuvollziehen. Dennoch wird das grelle, chaotische Farbfeld die Erzählung überdecken. Man versteht, dass Robert Crumb Wilson geschätzt hat.

Abb. Titel eines Heftes von 28 Seiten, datiert 68, das ich erst in meinen Kartons wiedergefunden habe, nachdem mein Sohn ausgezogen ist.

 

 

 

 

Wilson

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