Beckeraachen

Kunstwechsel

Utopie und Untergang ?

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Im Düsseldorfer Kunstpalast:

K U N S T   I N   D E R  E H E M A L I G E N   D D R

 

Als wir 1979 die Neuerwerbungen des Sammlers Peter Ludwig in der Neuen Galerie ausstellten, reisten Willi Sitte, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke im blauen Volvo der Funktionäre des Verbandes Bildender Künstler und der Kunstkritiker Lothar Lang zur Eröffnung der Ausstellung und zu einer Podiumsdiskussion an. Wir hatten drei große Bilder von A. R. Penck im Treppenhaus des Eingangs abgehängt, um Platz zu schaffen und zu vermeiden, dass der „Dissident“ den Offiziellen zugezählt würde. Penck nutzte diese Geste für eine Schimpfkanonade an Sitte – der Brief wurde unter Insidern bekannt.

In der kleinen, übersichtlichen Ausstellung des Kunstpalastes hängen nun die Bilder Pencks neben denen Tübkes, und auch andere Künstler, die nicht zu den Offiziellen gehörten, sind ausführlich vertreten – Altenbourg, Claus und Glöckner. Als ich 1992 im Luxemburger Nationalmuseum die Künstler der DDR und der BRD in der Sammlung Ludwig „Von der Teilung bis zur Wiedervereinigung“ zusammenzubringen versuchte, konnte ich noch Gudrun Brüne, Lutz Dammbeck, Hartmut Ebersbach, Hubertus Giebe, Sighard Gille, , Kozik und Wasse, Walter Libuda; Werner Liebmann, Wolfgang Smy und Trak Wendisch hinzufügen. Einige von ihnen hoffte ich in Düsseldorf wiederzusehen – und entdeckte, dass diese Ausstellung viel zu klein ist, um ihrem Anspruch gerecht zu werden. Wer immer heute etwas über „die DDR“ aussagt, vernachlässigt die Menschen, die in ihr gelebt haben, und das, was für sie eine Utopie war und untergegangen ist. Er/ sie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nur einer zeitgemäßen Pflichtübung zu folgen, zu der einige Museen in Ost und West gern ihre Schätze ausleihen. In der Tat versammelt diese Ausstellung Bilder, von denen einige sich als Meisterwerke ohne DDR-Label in einem internationalen Kontext behaupten können.

Abb. Werner Tübke „Sizilianischer Großgrundbesitzer mit Marionetten“ 1972 ( wir nannten ihn „Il Gattopardo“ nach dem Roman von Tomasi di Lampedusa, verfilmt mit Burt Lancaster 1963) – Wolfgang Mattheuer „Die Ausgezeichnete“ 1975/ 76

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