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Kunstwechsel

Pop Art Photographs – Rauschenberg

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P O P   A R T   P H O T O G R A P H S H S   –   R O B E R T   R A U S C H E N B E R G

 

Ein schwarzer Blechtopf in einem weißen, die ein großes, blumenbedrucktes Tuch hindern, über eine Stufe hinabzugleiten, als wäre es ein Wasserfall – die verwitterte Statue einer klassizistischen Jungfrau vor einem Gemüsestand mit vielen Melonen – zwei Schwarz-Weiß-Bilder aus einer Ausstellung im Centre Pompidou 1981, die Fotos von Robert Rauschenberg gewidmet ist, die er herstellte, nachdem er sich 1970 nach Florida zurückzog, um seinem Ruhm zu entfliehen. Er wollte Fotograf werden, und ein Buch dokumentiert  die Fotos, die er in den 50er Jahren geschaffen hat, bevor er, umgeben von Freunden wie John Cage und Merce Cunningham und nach einem Paris-Aufenthalt mit Cy Twombly 1951, mit Happenings beschäftigt, sich entschloss, in große abstrakte gemalte Kompositionen Siebdrucke von Zeitungs- und Illustriertenfotos einzufügen, Alltagsgegenstände wie Löffel, Radios, Comics, Postkarten zu fixieren, Wasserschläuche und Leitplanken davor zu setzen: die COMBINE PAINTINGS zu schaffen. 1959 entstand MONOGRAM, eine Collage am Boden, auf der ein Angora-Ziegenbock in einem Autoreigen steht – ein erregendes Denkmal. 1964, als er seine Werke in der Biennale Venedig zeigte, sprach die ganze Kunstwelt von ihm. Ich lernte ihn 1968 kennen, als er im Wallraf-Richartz-Museum „Soundings“ aufbaute für die erste Ausstellung der Sammlung Ludwig, ein Combine Painting aus vielen Plexiglasplatten und Lampen, die Stühle zeigten. Die Stühle leuchteten nach den Geräuschen, die der Betrachter verursachte: das Kunstwerk „sprach“ mit ihm. Noch heute klatsche ich dort gern in die Hände. „Ich wünsche die Betrachter verantwortlich zu machen für die Bilder, die sie sehen. Jetzt machen sie das Bild, nicht ich. ch treffe nur die Vorsorge“ schrieb er in Wolf Vostells großem Katalog.

Rauschenbergs Werk ist reich an Fotografien, eigenen und in den Massenmedien gesammelten, aber sie dienten ihm nur als Elemente komponierter Bilder. Erst in Florida griff er noch einmal zur Kamera und fotografierte mit dem Ziel, selbstständige Werke zu schaffen. Den Pathosformeln des Aufbruchs folgte eine zarte Lyrik, die kaum noch an den temperamentvollen Revolutionär erinnert.

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