Beckeraachen

Kunstwechsel

Land art Fotos – Nils-Udo

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L A N D   A R T   F O T O S   –   N I L S – U D O

Wir begegneten uns in der Lüneburger Heide 1978. Nils-Udo baute in einem Gehölz für die Galerie Falazik eines seiner ersten „Nester“, ein Geflecht aus Ästen und Zweigen in menschlichem Maßstab.  Später besuchte ich ihn in seinem Haus am Chiemsee, wanderte mit ihm und sah zu, wie er Stauden, Büsche und Bäume brach, beugte, bündelte, Blüten und Beeren sammelte und auf Teichen verteilte, rastlos beschäftigt, bis eine Komposition fertig war, fotografiert werden konnte. Das war nicht die land art, die ich kannte, die „Spiral Jetty“ von Robert Smithson, „double negative“ von Michael Heizer, Skulpturen in der Landschaft, Landmarken, Denkmäler mit einem Anspruch auf Dauer; hier suchte der Künstler ein Foto, das einen vergänglichen Zustand, ein Wunschbild wiedergeben sollte, in dem sich die Natur selbst mit dem Menschen, der sie betritt, für einen Augenblick versöhnt. In den Fotos sahen die Installationen so aus, als hätte die Natur selbst sie hervorgebracht.

Die großen Fotos und Fotoserien visualisierten in jenen Jahren grenzüberschreitende ökologische Bewegungen, Naturschutzforderungen, Park- und Gartenreformen, biologische Landwirtschaften ( die Erdarbeit „Blaue Blume“ baute Nils-Udo in den Hermannsdorfer Landwerkstätten des Karl Ludwig Schweisfurth)  – er wurde in viele Länder bis La Réunion, ein bedrohtes Naturparadies, zu Interventionen eingeladen. 1999 begann im Ludwig Forum eine Wanderausstellung, die ein umfangreicher Katalog in 3 Sprachfassungen begleitete. Die Dokumentation zeigt, dass das „Nest“ ein beherrschendes Motiv über die Jahre blieb und zunehmend durch ein nacktes Kind in seinem Schoss dramatisiert wurde, und enthält eine Anzahl von Großprojekten, von denen eines, ein romantischer, hochgestelzter Hügel, im Garten des Ludwig Forums nach seiner Eröffnung realisiert wurde (mittlerweile umgestaltet). Sein vitales bayrisches Temperament führt Nils-Udo im Lauf der Jahre zu stark farbigen Fotografien, und er widersteht nicht der Verlockung, einige von ihnen in großen gemalten Bildern zu paraphrasieren.

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