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Kunstwechsel

Der Maler als Fotograf – Magritte

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Georgette Magritte und ihre Freundin Marthe Nougé sind „Les voyantes“ „Die Wahrsagerinnen“; sie schauen in der Brüsseler Wohnung des Malers René Magritte so auf den gefüllten Tisch, dass das Geschirr ihnen groß erscheinen, Botschaften vermitteln muss. Georgette und ihr Mann lebten in einem Freundeskreis, der Spiele liebte, die „surrealistisch“ waren wie die Bilder Renés, die damals, 1930, begannen, bekannt und berühmt zu werden. 1975 stellte mich Catherine de Croes. Mitarbeiterin des Kulturministeriums, Georgette in ihrer Wohnung vor. Sie hatte eine Kiste mit Foto- und Filmnegativen gefunden, einen Schatz, der jetzt bearbeitet werden sollte. Georgette kannte natürlich alle abgebildeten Personen und schilderte ihre Spiele; die Bildtitel hat sie wesentlich mitbestimmt; selten fanden wir direkte Bezüge zu Gemälden, so im Foto „Der Verheerer – Le destructeur“ von 1943, das als Studie zu „La Gravitation Universelle“ diente. 1976 begann eine Wanderausstellung der Fotos in der Neuen Galerie mit einem Katalog „Die truglosen Bilder. René Magritte. Bioskop und Photographie“.

Nachdem Magritte 1927 bis 1930 unter den Pariser Surrealisten um André Breton gelebt hatte, baute er in Brüssel einen Freundeskreis aus Literaten, Kunsthändlern, Bildhauern und Malern auf. Seine Fotos dokumentieren ein Gruppenbewusstsein, das schon die Pariser Surrealisten auszeichnete. Es erlaubte Experimente wie den „Cadavre exquis“ (eine Zeichnung von mehreren), Filme wie „Relâche“ von René Clair – und Magrittes Stellungsspiele, die bei Spaziergängen verabredet und fotografiert wurden. Die Kamera wanderte dabei von Hand zu Hand, so dass wir ihn selbst zuweilen erkennen (auf einem Denkmalsockel, beim Versuch, Steine zu essen („Le festin des pierres“). Offensichtlich hat er seine Fotos minder geachtet, Abzüge aus der Zeit vor ihrer Entdeckung 1975 sind nicht bekannt. So sind die Abzüge aus den 70er Jahren Raritäten. Ein Dutzend von ihnen hüte ich.

 

 

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