Beckeraachen

Kunstwechsel

Fine Art Photography

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F I N E   A R T   P H O T O G R A P H Y

LICHTTROPFEN in der Kockerellstraße über Peter Kleins Galerie Backhaus war nicht nur in Aachen eine erste Fotogalerie, sondern in großen Teile Europas. Noch heute gibt es wenige, und in Kunstmessen spielen sie eine kleine Rolle. In ihren Angeboten mischen sich Altmeister der Fotogeschichte wie Eugène Atget, dessen Erbschaft Berenice Abbott weitergetragen hat, Brassai und August Sander mit Menschen, die unter Malern und ihren Modellen als fotografierende Künstler berühmt wurden wie Man Ray, mi Performern wie Karl Appelt, Bildhauern und Installationskünstlern wie Klaus Rinke…. Wenige konzentrieren sich auf Werke von jenen, die nur Fotografen sind, wie Bernheimer in München oder Anzenberger in Wien. Es genügt, die Angebote der Berliner Galerie zu lesen, die Rudolf Kicken nach seiner Trennung von Wilhelm Schürmann in Berlin gegründet hat, um zu verstehen, dass der Fotomarkt weitgebend Teil des Kunstmarktes geworden ist. Ebenso gibt es wenige Fotomuseen wie das in Braunschweig und das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen.

Kein Maler wird sich seinen Lebensunterhalt durch Anstreichen verdienen. Er ist als Künstler dem Kunstmarkt, den Galerien und Museen verpflichtet. Der Fotograf dagegen kann für die öffentlichen Medien arbeiten, Personen, Hochzeiten, Kunstwerke, Architekturen fotografieren und Expeditionen begleiten. Die Fotografie, die er dem Kunsthandel anbietet, ist nicht selten ein ausgewähltes Produkt seiner vielseitigen Arbeit. Ganz selten gelingt es Fotografen wie Bernd und Hilla Becher, eine dokumentarisch erscheinende Arbeit, die große, fortgesetzte serielle Aufnahme von Fördertürmen in verlassenen Bergwerken in Belgien und den USA als Kunstwerk akzeptiert, vom Handel aufgenommen und in großen Museen ausgestellt zu sehen. Und wenigen Künstlern wie Jan Dibberts und Barbara und Michael Leisgen ist es gelungen, Fotoarbeiten als Kunstwerke glaubwürdig in den Kontext anderer Kunstmedien zu stellen.

Dabei ist der Kunstort der einzige, in dem jedes Foto nicht mehr nur ein Schnappschuss aus der Welt ist, sondern, losgelöst von seiner Zweckbestimmung, forschend betrachtet wird als Bild, als eine Wirklichkeit für sich – aus Papier und Silbergelatine oder Druckerschwärze, als analoger Abzug oder digitaler Druck, geschätzt von Kennern wie eine Aquatinta oder Kaltnadelradierung oder Lithografie.

Erst als ich in meinen Kartons alte Fotos von Aachener Künstlern fand, die nach Ausstellungen zurückgeblieben sind, habe ich sie wertschätzen gelernt.  Jetzt werde ich sie noch einmal ausstellen – im SRADTBAD AACHEN am Blücherplatz, GESCHENKT – GESAMMELT von Wolfgang Becker. FOTOS VON AACHENER KÜNSTLERN 1974-2018 12.9. – 13. 10. 2019

Abb. Thomas Hoepker 9 11 2001

Thomas Hoepker

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