Beckeraachen

Kunstwechsel

Abstrakte Kunst im Westen

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IN KORNELIMÜNSTER: ABSTRAKTE KUNST IM WESTEN
Unter den Wandteppichen des Joseph Fassbender ist der aus der Düsseldorfer Staatskanzlei, der z.Z. eine ganze Wand des Kunsthauses in der Abteil Kornelimünster füllt, der ausdrucksstärkste. Fassbender hatte mit Hubert Berke, Hann Trier und ihren Freunden in Schloss Alfter bei Köln 1947 die „Donnerstags-Gesellschaft“ gegründet. Die Gruppe kämpfte für einen Neubeginn aller Aktivitäten der Bildenden Kunst und ihrer Institutionen im Rheinland, Alle waren selbstverständlich – im Anschluss an die in Paris und New York entwickelten Schulen – „Abstrakte“ und bemühten sich, die neue Lehre in die Hochschulen und Akademien zu tragen. Im gleichen Jahr 1947 wurde das Land Nordrhein-Westfalen mit seiner Hauptstadt Düsseldorf gegründet. 1950 hob die Besatzungsmacht die Lebensmittel- und Kraftstoffrationierung auf, und ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung begann.
Diese große Tapisserie (groß wie „Guernica“) trägt kein offensichtliches informelles Element der „École de Paris“. Sie ist sorgsam wie eine Collage aus geometrischen Körpern und schlängelnden Figuren, Flecken gebaut und folgt in ihrer Komposition beherrschenden Leitlinien, die sich in einem liegenden spitzen Winkel von links nach rechts öffnen und dunkle „unterirdische“ Zonen und helle „schwebende“ Felder ordnen. Das Gesamtbild ist rundherum angeschnitten, so dass die Komposition fest in den Rahmen eingefügt ist – anders als beispielsweise die des Amerikaners Stuart Davis in den 40er Jahren, der die Elemente wie Collagen frei in die Bildräume setzt. Das liegende V gibt dem großen Bild einen strömenden Schwung, über dem die helle „Blase“ links wie eine Ballerina schwebt. Ihr Innenleben verrät die Liebe zu den Scherenschnitten von Matisse.
Als Fassbender den Teppich 1965 fertigstellte, war er – wie Joseph Beuys – Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, 1962 hatte Werner Schmalenbach die Kunstsammlung NRW eröffnet. Düsseldorf strahlte als internationales Zentrum zeitgenössischer Kunst.
Einen großen Teil der Kunstsammlung der Landesregierung zeigt jetzt das Kunsthaus NRW in Kornelimünster: „Gestalten – Ein Jahrhundert abstrakter Kunst im Westen bis zum 6, 1. 2020. Dort habe ich den Teppich fotografiert.

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