Beckeraachen

Kunstwechsel

Kunstbiennale

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K U N S T A B C
1973 -77 habe ich unter diesem Titel 173 Texte in der Aachener Volkszeitung publiziert. Den einen oder anderen redigiere ich jetzt, um auf mich und eine andere Epoche der Kunst- und Weltgeschichte zurückzuschauen.
Kunst ABC AVZ 27. 9. 1975
K U N S T B I E N N A L E
Seit 1851 führten die jungen Indutrieunternehmen Europas in London, Paris und anderen Hauptstädten die neuesten technischen, kunstgewerblichen und künstlerischen Erfindungen ihrer Länder, prächtig präsentiert in großen Stahl- und Glaspavillons vor (der Grand Palais ebenso wie der Eiffelturm erinnern daran). Dem Beispiel dieser Weltausstellungen folgend, bot die Regierung Italiens die Giardini (Gärten) Venedigs am Lido für eine alle 2 Jahre wiederkehrende internationale Kunstausstellung an und lud die eingeladenen Staaten ein, eigene Ausstellungshäuser zu errichten und Künstler ihrer Länder vorzustellen. Bis 1972 fanden in Venedig solche Leistungsschauen von Ländern statt, die in der Lage waren, nationale Pavillons zu finanzieren. Dann begann Italien, den Pavillons eine unabhängige Ausstellung in einem zentralen Ausstellungshaus beizufügen.
Zu den kulturellen Erneuerungen der 70er Jahre gehörte der Abbau nationaler Profile. Die Pariser Biennale “des Jeunes“ (der Jungen), die der Kulturminister André Malraux 1959 gegründet hatte, integrierte 1973 die nationalen Kommissare in einer internationalen Jury, die alle Beiträge auswählte. Die Biennale von Sao Paulo, gegründet 1951, fügte den nationalen Einsendungen zunehmend Gruppen- und Themenausstellungen hinzu, die ein gewählter Generalsekretär mit seinem Team verantwortete. Solche Veränderungen vollzogen sich langsam. Sie veränderten die Finanzierung, und je mehr die Vorstellungen von einer über Europa hinausreichenden Kunst sich konkretisierten, umso obsoleter erschienen nationale Beiträge. Rotchina erstaunte die Europäer, als es sich 1975 um eine Beteiligung an der Pariser Biennale bewarb – mit der Bedingung, seine Künstler getrennt von allen anderen präsentieren zu können. (Die Ausstellung fand im Palais Galliera einen separaten Ort.) In der Biennale selbst entschied die internationale Kommission von 11 Mitgliedern – unter ihnen die ehemaligen nationalen Kommissare Deutschlands, der Niederlande, Norwegens, Englands, der Vereinigten Staaten, Japans, Italiens, die für die ausgewählten Künstler ihrer Länder die nationalen Budgets verwalteten – und benutzte Vorschläge und Anregungen von 150 Korrespondenten in den meisten Ländern der Welt. Ihr Ziel war der Aufbau einer Ausstellung, die von nationalen Rücksichten befreit war. Die Biennale von Venedig bleibt durch die nationalen Ausstellungspavillons an nationale Präsentationen gebunden.
Abb. Der goldene Löwe – für den 1. Preis der Biennale

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