Beckeraachen

Kunstwechsel

OSTKUNST UDSSR

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Zur Ausstellung „Die Erfindung der Neuen Wilden“ im Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen 2018

 

OSTKUNST 1 DIE RUSSEN

 

Die Ausstellung „Im Westen nichts Neues – Wir malen weiter“ der Berliner „Neuen Wilden“ 1982 ging die große Ausstellung der Neuerwerbungen Peter Ludwigs in Moskau voraus: 97 Gemälde, 10 Skulpturen und 485 Grafiken – „Aspekte sowjetischer Kunst der Gegenwart. Sammlung Ludwig“. Sie wanderte nach Wien, Regensburg, Lübeck, Hövikodden, Tilburg, Saarbrücken und Mainz. Elena Korowin schildert ihr Echo in ihrem Buch „Der Russen-Boom. Sowjetische Ausstellungen als Mittel der Diplomatie in der BRD“ 2015.

In der Zentrale des sowjetischen Künstlerverbandes gab es kein Fotokopiergerät, um die Erwerbslisten Peter Ludwigs zu vervielfältigen. Ihr Freund würde es für die Verbreitung seiner Samisdats missbrauchen. Es schien nicht leicht, unter den Kontrollen des Verbandes und des Staates ein „Wilder“ zu sein. Dennoch gab es Nachtausstellungen in Wohnungen und verschwiegene Angebote an die Mitarbeiter der westlichen Botschaften, aber was Peter Ludwig erwarb, musste er mit den Vorsitzenden des Verbandes aushandeln. Ein Kunsthandel existierte nicht.

Das Bild des Nikolai Andronov „Das tote Pferd und der schwarze Mond“ in seiner skizzenhaften groben Faktur erinnert an die Bilder französischer und flämischer „Fauves“,

überträgt die helle Farbigkeit in die Dunkelheit der russischen Nacht und erhöht die Melancholie durch Gesten der Verzweiflung und eine Mondfinsternis.  Der sowjetische Botschafter in Bonn Wladimir Semjonow, der 1980 seine Kunstsammlung im Kölner Ludwig Museum präsentiert und Ludwig zu den Einkäufen in Moskau ermutigt hatte, hielt Andronov für den RUSSISCHEN Maler schlechthin und grenzte ihn patriotisch gegenüber vielen anderen ein, die aus Schulen jener Republiken stammten, die, wie die baltischen, heute ihre Autonomie pflegen. 1981 stellte ich ihn und seine Frau Egorshina in der Neuen Galerie aus.

Der „Russen-Boom“ in den 80 Jahren begleitete den Boom der Neuen Wilden. In Aachen gaben die einen den anderen die Hand.

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