Beckeraachen

Kunstwechsel

Die Neuen Wilden 2

Hinterlasse einen Kommentar

 

Zu der Ausstellung „Die Erfindung der Neuen Wilden“ im Ludwig Forum für internationale Kunst in Aachen 2018“

 

Die Nouveaux Fauves – Neuen Wilden 1980 in der Neuen Galerie Sammlung Ludwig waren andere als die der aktuellen Ausstellung. Sie haben den Titel herbeigeführt.

Zum Beispiel Louis Viallat, der 1968 mit Freunden die Gruppe SUPPORTS SURFACES gründete. Es lag nahe, dass mich von Aachen aus die Franzosen interessierten;1974 hatte die Neue Galerie die „nouvelle peinture en France. pratiques/ théories“ gezeigt. 1980 hingen die Bilder von Viallat neben denen von Robert Kushner, und 1981 in „Die „Neuen Wilden 2. 6 Franzosen“, behängte und belegte Viallat den ganzen Ballsaal.  (2014 haben ihn die Rostocker wiederentdeckt!)

SUPPORTS-SURFACES stellte den Keilrahmen ebenso in Frage wie Leinwand, Pinsel, Palette und Ölfarbe, rebellierte gegen die Konventionen der Ausstellungsorte, benutzte Alltagsfarben wie Fruchtsäfte und Schweröl, Jutesäcke, Lkw-Plane, Tischdecken. Viallat malte nicht, sondern stempelte mit einem abgerundeten rechteckigen Modul alle supports über ihre Ränder hinaus und hängte, legte und stapelte sie. Der alte Fauve Matisse der Scherenschnitte hätte in die Hände geklatscht. Die Gruppe, unterstützt und begleitet von dem Dichter und Kritiker Marcelin Pleynet, bewegte sich an den Museen vorbei auf öffentlichen Plätzen und forderte eine Kunstpraxis, die über die traditionellen Orte hinweg jene Menschen erreichen würde, die ihr nicht begegneten. Auch sie war bewegt vom „Mai 68“ und hat den revolutionären Impuls in die Kunsthochschulen Frankreichs getragen. Es versteht sich, dass alle Werke der Gruppe abstrakt waren, pattern und decoration verhandelten und dass ihre Autoren sich vor Morris Louis, Kenneth Noland und Mark Rothko verbeugten.

Als deutscher Kommissar der Pariser Biennale des Jeunes nahm ich in den 70er Jahren an ihren Bewegungen teil, und Peter Ludwig erwarb mehrere ihrer Werke in den Galerien Fournier und Templon. Nach der Eröffnung des neuen Centre Pompidou 1977 „leuchtete“ Paris. Als wir das Museum Ludwig in Koblenz gründeten, sollte dort ein Zentrum französischer Kunst entstehen, und die meisten französischen Werke der Sammlung wanderten aus Aachen dorthin.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s